

Jenseits der Buzzwords: Worum es bei Agile wirklich geht
Von Nico Schellingerhout und Jeroen Jan Elzinga Agile. Ein Begriff, der einst Transformation versprach – und heute oft nur noch


Leestijd
In Trainings, Webinaren und Erstgesprächen begegnet mir immer wieder dieselbe Frage.
„Wie machen das eigentlich andere Organisationen?“
Manchmal geht es um Product Management, manchmal um Stakeholder-Management, KI-Einführung oder organisatorischen Wandel. Die konkrete Frage ist jedes Mal anders, aber das Grundbedürfnis ist meist dasselbe: Wie gehen andere mit ähnlichen Herausforderungen um, und welche Entscheidungen haben sie dabei getroffen?
Das ist eine verständliche Frage. Wer mitten in einer Veränderung steckt oder vor einer schwierigen Entscheidung steht, möchte wissen, wie andere damit umgegangen sind. Welcher Ansatz hat funktioniert? Welche Entscheidungen haben sich nicht bewährt? Was haben sie am Ende daraus gelernt? Das gibt Orientierung und hilft, die eigene Situation klarer zu sehen.
Gleichzeitig fällt mir etwas auf: Kaum jemand, der diese Frage stellt, sucht wirklich nach einer exakten Kopie der Lösung. Die meisten Professionals wissen genau, dass das nicht funktioniert. Dafür sind Organisationen einfach zu verschieden.
Das Risiko entsteht, wenn eine Best Practice als die Lösung betrachtet wird. Sobald ein Beispiel aus seinem ursprünglichen Kontext herausgelöst wird, bleibt oft nur das Ergebnis übrig. Dabei sind die Umstände, unter denen eine Entscheidung getroffen wurde, mindestens genauso wichtig wie die Entscheidung selbst.
Auch in unseren Trainings spielen Praxisbeispiele eine wichtige Rolle. Sie machen Theorie greifbar und helfen Teilnehmenden, abstrakte Konzepte mit Situationen zu verknüpfen, die sie aus ihrem eigenen Arbeitsumfeld kennen.
Das Risiko entsteht, wenn eine Best Practice als die Lösung betrachtet wird. Sobald ein Beispiel aus seinem ursprünglichen Kontext herausgelöst wird, bleibt oft nur das Ergebnis übrig. Dabei sind die Umstände, unter denen eine Entscheidung getroffen wurde, mindestens genauso wichtig wie die Entscheidung selbst.
Ein Ansatz, der in einer Organisation hervorragend funktioniert, kann in einer anderen völlig scheitern. Jede Organisation hat ihre eigene Kultur, Geschichte, Menschen, Herausforderungen und Interessen. Das klingt selbstverständlich, wird in der Praxis aber erheblich unterschätzt.
Ich sehe regelmäßig Organisationen, die sich von der Erfolgsgeschichte einer anderen begeistern lassen. Auf dem Papier wirkt alles schlüssig. Der Ansatz ist klar, die Ergebnisse beeindruckend, die Argumentation überzeugend. Dann übernimmt man dieselbe Vorgehensweise, um später festzustellen, dass das gewünschte Ergebnis ausbleibt.
Meistens waren die Umstände anders. Andere Stakeholder. Andere Teams. Andere Prioritäten. Andere Rahmenbedingungen. Genau dieser Kontext entscheidet letztlich darüber, ob eine Entscheidung erfolgreich ist.
Vielleicht steckt dahinter auch die eigentliche Frage. Wenn jemand fragt, wie eine andere Organisation etwas angegangen ist, geht es selten nur um die Lösung selbst. Viel interessanter sind die Überlegungen, die ihr vorausgingen. Warum hat man sich dafür entschieden? Welche Alternativen lagen auf dem Tisch? Wo stieß man unterwegs auf Hindernisse? Welche Risiken wurden erkannt? Und was würde man im Nachhinein vielleicht anders machen?
Das sind die Aspekte, die in Erfolgsgeschichten selten auftauchen, aber die wertvollsten Erkenntnisse enthalten. Hier sehen Sie, wie Menschen zu einer Entscheidung gelangt sind. Sie bekommen Einblick in den Denkprozess und erfahren, welche Faktoren letztlich eine Rolle gespielt haben. Für Professionals, die selbst vor ähnlichen Entscheidungen stehen, ist das wertvoller als das Endergebnis allein.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum Praxisberichte so viel Wert haben. Sie zeigen nicht nur, was jemand getan hat, sondern geben auch Einblick in die Entscheidungen, die unterwegs getroffen wurden. Das Gespräch dreht sich daher nicht um eine Lösung, die kopiert werden soll, sondern um Erfahrungen, die helfen können, die eigene Abwägung besser zu treffen.
Das erlebe ich auch in unserer Community. Bei unseren Get Connected Events stehen Praxisberichte im Mittelpunkt. Organisationen, Experten und Partner teilen, wie sie mit einer Herausforderung umgegangen sind, welche Entscheidungen sie getroffen haben und was sie daraus gelernt haben. Genau diese Gespräche liefern neue Impulse für Professionals, die mit ähnlichen Fragestellungen beschäftigt sind.
Noch tiefer geht es bei unseren Round Tables. Alle sechs Wochen bringen Members ihre eigenen aktuellen Fälle ein. Keine fiktiven Cases oder vorab vorbereiteten Übungen, sondern Fragestellungen, mit denen sie gerade wirklich beschäftigt sind. So entstehen Gespräche zwischen Professionals, die alle aus einem anderen Kontext auf dasselbe Problem blicken.
Was dabei wichtig ist: Fast alles in der Community geht von Praxiserfahrung und realen Fällen aus. Bei Get Connected hören Teilnehmende von Organisationen, die eine Herausforderung tatsächlich erlebt haben. Bei den Round Tables bringen Members ihre eigenen aktuellen Themen ein. So bleibt das Gespräch immer nah an der täglichen Praxis.
Teilnehmende gehen dadurch nicht nur mit neuen Erkenntnissen nach Hause, sondern auch mit Erfahrungen, Perspektiven und konkreten Ansätzen, die sie direkt in ihre eigene Organisation mitnehmen können. Nicht als Blaupause, sondern als Input für die Entscheidungen, die sie selbst treffen müssen.
Ein Product Manager betrachtet eine Situation anders als ein Agile Coach. Ein Manager sieht Dinge anders als ein Change Lead. Jeder bringt seine eigenen Erfahrungen, Perspektiven und Erkenntnisse mit. Genau diese Unterschiede machen die Gespräche wertvoll.
Das Schöne an diesen Gesprächen ist, dass selten eine einzige Antwort herauskommt. Unterschiedliche Perspektiven zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und welche Überlegungen dabei eine Rolle spielen.
Was ich vielleicht am meisten schätze: Diese Gespräche führen regelmäßig zu neuen Blickwinkeln. Manchmal bestätigt das eine Entscheidung, die jemand ohnehin treffen wollte. Manchmal sorgt es dafür, dass jemand eine Situation noch einmal neu betrachtet.
Wenn jemand fragt, wie eine andere Organisation etwas angegangen ist, interessiert mich eigentlich viel mehr die Frage, die danach kommt.
„Warum haben sie sich dafür entschieden?“
Dieses Gespräch bringt mehr als die Lösung selbst. Jeder Professional arbeitet letztlich in einem einzigartigen Kontext. Genau deshalb bin ich überzeugt, dass unterschiedliche Perspektiven mehr wert sind als eine Best Practice. Die Lösung einer anderen Organisation müssen Sie nicht übernehmen. Aber die Erfahrungen, Erkenntnisse und Überlegungen können Ihnen helfen, in Ihrer eigenen Situation bessere Entscheidungen zu treffen.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich in Gesprächen zwischen Professionals so viel Wert sehe. Man bekommt selten eine fertige Antwort. Aber neue Perspektiven, Erfahrungen aus anderen Organisationen und Erkenntnisse, die man am nächsten Tag direkt in die eigene Praxis mitnehmen kann.
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Von Nico Schellingerhout und Jeroen Jan Elzinga Agile. Ein Begriff, der einst Transformation versprach – und heute oft nur noch


Eine Zusammenfassung des Webinars: Strategisches Portfolio Management – was Organisationen von den VCs aus Silicon Valley lernen können. Vom 17.


Sie sehen den Preis für eine SAFe-Schulung und denken: „Ernsthaft? Für zwei Tage Training?“ Das ist eine normale Reaktion (und


Veränderung muss weder schwer noch kompliziert sein. Mit dem richtigen Fokus, Energie und der passenden Begleitung entstehen Klarheit, Richtung und Ergebnisse.
Wir denken gerne mit dir mit.