Advanced SAFe Practice Consultant (A-SPC) & Release Train Engineer
Nico Schellingerhout ist Trainer, Berater und Veränderungsbegleiter mit einem Hintergrund in Produktentwicklung, Innovation und Agile Transformation. Er hilft Organisationen, besser zu performen – indem er anders auf Probleme schaut, eingefahrene Muster durchbricht und den Fokus darauf legt, was wirklich möglich ist.
Seine Erfahrung in der Produktentwicklung gibt ihm eine Perspektive, die sich von vielen klassischen Agile Coaches unterscheidet. Produktorganisationen haben andere Herausforderungen als Dienstleister – und das erfordert oft andere Lösungen. Nico verbindet sein Wissen über SAFe, Agility und organisationale Veränderung mit jahrelanger Praxiserfahrung in Forschung, Entwicklung und Produktinnovation.
Bei Connected Movement verantwortet Nico Trainings, Workshops und Beratungsvorhaben rund um SAFe, Agile Transformation, Leadership und Organisationsentwicklung. Dabei sieht er Frameworks nie als Selbstzweck. Für Nico ist SAFe kein Ziel, sondern ein Mittel, um Organisationen beim Wandel zu unterstützen, die Zusammenarbeit zu verbessern und mehr Wert zu liefern.
Er ist bekannt für seinen direkten Stil, präzise Analysen und seine Fähigkeit, komplexe Situationen auf das Wesentliche zu reduzieren. Seine Trainings bringen Teilnehmer zum Nachdenken und fordern sie heraus, neue Perspektiven einzunehmen.
Was macht Sie als Trainer einzigartig?
„Ich sage, wo es langgeht. Ich habe wenig Filter und nenne offen, was ich sehe. Mein Hintergrund in der Produktentwicklung macht mich auch anders als viele andere Trainer und Coaches. Produktunternehmen haben Herausforderungen, die Dienstleister nicht kennen. Deshalb kommt man vom selben Agile-Gedankengut aus manchmal zu ganz anderen Lösungen.
Ich möchte nicht nur Wissen vermitteln, sondern vor allem Veränderung anstoßen. SAFe ist für mich das Mittel, Veränderung ist das Ziel. Ich schätze es, Menschen zum Nachdenken zu bringen und eingefahrene Denkmuster aufzubrechen. Es ist meist einfach, zehn Gründe zu nennen, warum etwas nicht geht. Viel interessanter ist die Frage: Was ist trotzdem möglich?
„Anders auf Situationen zu schauen ist für mich die Grundlage von Organisationsveränderung.“
Haben Sie eine besondere Erinnerung aus einem Training?
„Ich lerne selbst viel von Teilnehmern – und manchmal sind echte Perlen dabei.
Ein Teilnehmer erzählte einmal von einer Studie über das Verhalten von Kindern auf einem Schulhof. Wenn ein Spielplatz klare Grenzen hat, spielen Kinder freier als wenn diese Grenzen fehlen.
Diese Erkenntnis blieb mir im Gedächtnis, weil sie so sehr widerspiegelt, was man in Organisationen sieht. Auch Mitarbeiter und Führungskräfte brauchen Klarheit und Sicherheit. Wenn man weniger steuert, verschwindet oft ein Stück Orientierung. Dann stellt sich die Frage: Wie füllen wir diese Lücke?
„Solche unerwarteten Impulse machen Trainings für mich besonders wertvoll.“
Was verbindet Sie mit Connected Movement?
„Connected Movement bringt selbstständige und unabhängige Professionals in einem Netzwerk zusammen, in dem Wissensaustausch im Mittelpunkt steht. Jeder bringt seine eigene Expertise, Erfahrung und Perspektive ein – und genau dadurch entsteht etwas, das größer ist als die Summe seiner Teile.
Mein Hintergrund liegt zum Beispiel in Forschung und Produktentwicklung, während andere Kollegen ihre Erfahrung in IT, Behörden, Finanzdienstleistungen oder anderen Branchen aufgebaut haben. Durch diese unterschiedlichen Perspektiven entsteht ein deutlich reicheres Lernumfeld.
Ich arbeite gerne mit anderen Trainern und Beratern zusammen – nicht nur um Teilnehmern eine breitere Perspektive zu bieten, sondern auch weil ich selbst gerne weiterlernen möchte. Diese Offenheit, Neugier und Bereitschaft, Wissen zu teilen, passen gut zu meiner eigenen Haltung als Praktiker.“
Was ist typisch Nico?
„Als Kind war ich schon unglaublich neugierig. Spielzeug war vor allem interessant, solange ich daraus lernen konnte. Sobald ich verstanden hatte, wie etwas funktioniert, suchte ich die nächste Herausforderung.
Diese Neugier ist eigentlich nie verschwunden. Ich liebe neue Fragestellungen, neue Ideen und neue Möglichkeiten. Von Natur aus bin ich eher ein Anfänger als ein Fertigsteller. Das Entdecken, Analysieren und Anstoßen von Veränderung gibt mir Energie.
Meine Stärke liegt darin, komplexe Situationen zu durchdringen und auf das Wesentliche zu reduzieren. Ich erkenne oft schnell Zusammenhänge zwischen verschiedenen Teilen eines Systems und suche nach Lösungen, die sowohl praktisch umsetzbar sind als auch Menschen in Bewegung bringen.
Durch meine gesamte Karriere ziehen sich zwei rote Fäden. Der erste: Forschung, Design und Entwicklung intelligenter machen. Der zweite: wertvolle Produkte schaffen. Derzeit treiben mich vor allem Fragen rund um Nachhaltigkeit, Energiewende und die Reduzierung unseres ökologischen Fußabdrucks an.“
Worauf sind Sie am stolzesten?
„Auf meine erste große Agile Transformation bei Philips.
Eine Abteilung kam ins Stocken, weil verschiedene interne Kunden ständig widersprüchliche Anforderungen hatten. Das führte zu langen Durchlaufzeiten, Frustration und wenig Planbarkeit.
In einem Agile Training fiel für mich der Groschen. Danach startete ich eine Transformation der gesamten Abteilung. Zusammen mit dem Management und den Teams durchliefen wir einen intensiven Veränderungsprozess, der schließlich zum ersten erfolgreichen Agile Release Train innerhalb von Philips führte.
Die Ergebnisse waren beeindruckend. Die Durchlaufzeit sank von rund 240 auf rund 100 Tage. Die Lieferfrequenz stieg von ein- bis zweimal pro Jahr auf fünfmal pro Jahr. Außerdem verbesserten sich Motivation, Qualität und Compliance deutlich.
Worauf ich jedoch am stolzesten bin: Die Veränderung verstärkte sich selbst. Es wurde keine kurzfristige Verbesserung, sondern eine neue Arbeitsweise, die auch Jahre später noch Ergebnisse liefert.“