

Jenseits der Buzzwords: Worum es bei Agile wirklich geht
Von Nico Schellingerhout und Jeroen Jan Elzinga Agile. Ein Begriff, der einst Transformation versprach – und heute oft nur noch


Leestijd
Nahezu jede Organisation verfügt über Strategien, Veränderungsambitionen und Wachstumsziele. Roadmaps werden erstellt, Quartalsziele festgelegt und Investitionen genehmigt. Dennoch erleben viele Organisationen die gleiche wiederkehrende Frustration: Die tägliche Realität bewegt sich nicht immer im Einklang mit der strategischen Ausrichtung der Organisation.
Teams sind überlastet, Portfolios werden zu voll und die Managementebenen verbringen immer mehr Zeit mit Abstimmung und Priorisierung. In der Zwischenzeit entstehen neue Initiativen schneller, als alte verschwinden, und der Abstand zwischen Strategie und Ausführung vergrößert sich langsam weiter.
Gerade in komplexen Organisationen erweist sich die Strategie selbst selten als das größte Problem. Die eigentliche Fragestellung liegt oft an anderer Stelle: Wie stellen Sie sicher, dass Menschen, Teams, Portfolios und Investitionen tatsächlich in dieselbe Richtung steuern, während sich die Rahmenbedingungen kontinuierlich ändern?
Genau darum geht es bei Strategy Execution & Alignment.
Viele traditionelle Organisationsmodelle wurden für relativ stabile Märkte entworfen. Die Strategie wurde periodisch festgelegt, in Projekte übersetzt und anschließend über Governance, Budgets und Berichterstattung kontrolliert. Dieses Modell funktionierte einigermaßen gut in einer Welt, in der Veränderungen langsamer verliefen und die Vorhersehbarkeit höher war.
Moderne Organisationen agieren jedoch in einem grundlegend anderen Kontext. Die Technologie entwickelt sich schneller, KI beschleunigt Innovationen und Kundenerwartungen ändern sich ständig. Dadurch entstehen Situationen, in denen Organisationen gleichzeitig innovieren, die operative Stabilität wahren und schneller auf neue Entwicklungen reagieren müssen.
Das macht die Strategieumsetzung komplexer denn je.
Viele Organisationen stellen daher fest, dass umfassende Pläne allein nicht ausreichen, wenn Zusammenarbeit, Entscheidungsfindung und Investitionen nicht gut aufeinander abgestimmt sind. Die Strategieumsetzung verschiebt sich dadurch immer mehr von einer Planungsfrage hin zu einer Organisationsfrage.
Einer der größten Umbrüche in modernen Organisationen ist der Übergang von statischer Planung zu kontinuierlichem Alignment. Traditionell wurden Strategien oft in Jahrespläne, Projektportfolios und Budgetzyklen übersetzt. In dynamischen Umgebungen erweisen sich diese Strukturen jedoch als immer weniger geeignet, um mit der Geschwindigkeit Schritt zu halten, mit der sich Märkte und Technologien verändern.
Dadurch wächst der Bedarf an Organisationen, die ihre Strategie auf Basis neuer Erkenntnisse kontinuierlich anpassen können. Nicht indem sie völliges Chaos schaffen, sondern indem sie schneller lernen, besser priorisieren und Abhängigkeiten expliziter sichtbar machen.
Alignment erhält dadurch eine andere Bedeutung. Es geht weniger um das Erzwingen zentraler Kontrolle als vielmehr um die Schaffung einer gemeinsamen Richtung und eines gemeinsamen Kontexts. Teams müssen verstehen, warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden, welche strategischen Ziele wirklich wichtig sind und wie ihre Arbeit zum großen Ganzen beiträgt.
Genau dort entsteht die Verbindung zwischen Strategie und täglicher Ausführung.
Viele Organisationen haben inzwischen agile Teams, DevOps-Kapazitäten und produktorientierte Strukturen aufgebaut. Dennoch bleiben Portfolios oft traditionell um Projekte, Budgets und Governance-Prozesse herum organisiert. Dadurch entsteht regelmäßig eine Kluft zwischen strategischen Ambitionen und der täglichen Umsetzung.
Lean Portfolio Management versucht, diese Kluft zu verringern, indem es Strategie, Investitionen und Ausführung enger miteinander verknüpft. Dabei verschiebt sich der Fokus von festen Jahresplänen und Projektfinanzierung hin zu kontinuierlicher Priorisierung, Wertströmen und Outcome Thinking.
Anstatt Portfolios als eine Sammlung loser Initiativen zu behandeln, entsteht ein dynamischerer Ansatz, bei dem Organisationen kontinuierlich versuchen zu verstehen:
Gerade in komplexen Organisationen wird dies immer wichtiger.
Viele Organisationen versuchen, Alignment durch zusätzliche Governance, Berichterstattung und Managementebenen zu schaffen. Kurzfristig kann dies zwar Übersicht verschaffen, langfristig führt es jedoch oft zu mehr Komplexität und langsamerer Entscheidungsfindung.
Echtes Alignment entsteht meist nicht durch mehr Kontrolle, sondern durch eine klarere Richtung, Transparenz und ein gemeinsames Verständnis der Prioritäten. Teams müssen nicht nur wissen, was sie tun, sondern vor allem, warum eine bestimmte Arbeit wichtig ist und wie sie in die breiteren strategischen Entscheidungen passt.
Dies erfordert Organisationen, die:
Moderne Strategieumsetzung dreht sich daher immer weniger um Command & Control und immer mehr um die Organisation eines gemeinsamen Kontexts.
Ein wesentlicher Bestandteil von Alignment ist die gemeinsame Übersicht. Viele Organisationen verfügen über enorme Datenmengen, Dashboards und Berichte, vermissen jedoch ein gemeinsames Bild dessen, was wirklich wichtig ist.
Deshalb wächst das Interesse an Obeya. Innerhalb einer Obeya-Umgebung werden Strategie, Betrieb, Abhängigkeiten, Risiken und Fortschritte in einem gemeinsamen Kontext sichtbar gemacht. Das Ziel ist nicht die Produktion von mehr Informationen, sondern die Ermöglichung besserer Gespräche.
Viele Organisationen stellen nämlich fest, dass Probleme selten dadurch entstehen, dass Informationen völlig fehlen. Probleme entstehen häufiger dadurch, dass Informationen über Abteilungen, Managementebenen und Tools hinweg fragmentiert sind, sodass niemand mehr den wirklichen Überblick über das Ganze hat.
Obeya hilft Organisationen, Strategie und Ausführung näher zusammenzubringen, indem gemeinsames Verständnis und Entscheidungsfindung expliziter organisiert werden.
Viele traditionelle Organisationen sind nach Funktionen, Abteilungen und Projekten ausgerichtet. Die moderne Strategieumsetzung dreht sich jedoch immer mehr um Wertströme: Wie fließt der Wert tatsächlich von der Idee zum Kunden?
Viele Verzögerungen entstehen nämlich nicht innerhalb einzelner Teams, sondern gerade zwischen Teams, Governance-Ebenen und Übergabepunkten. Daher verschiebt sich die Aufmerksamkeit immer mehr in Richtung Systems Thinking, Dependency Management und Value Stream Mapping.
Value Stream Mapping hilft Organisationen dabei, expliziter sichtbar zu machen, wo Wartezeiten, Blockaden und organisatorische Komplexität entstehen. Das verändert auch den Dialog innerhalb der Organisationen. Der Fokus verschiebt sich von lokaler Optimierung hin zur Verbesserung des gesamten Flows durch das System.
Genau dadurch entsteht eine stärkere Verbindung zwischen Portfolios, Teams und der operativen Ausführung.
Viele Organisationen messen immer noch primär den Output. Budgetausschöpfung, Roadmap-Delivery und Projektfortschritt erhalten oft mehr Aufmerksamkeit als der tatsächliche Kundennutzen oder der strategische Impact.
Moderne Strategieumsetzung erfordert jedoch immer mehr Einblick in Outcomes, Flow und organisatorische Lernfähigkeit. Organisationen wollen besser verstehen:
Dadurch wächst das Interesse an Ansätzen wie OKRs, Benefit Tracking und Flow Metrics.
Die Herausforderung dabei ist, dass echter Wert oft weniger einfach messbar ist als traditionelle Output-Metriken. Genau deshalb erfordert modernes Alignment nicht nur bessere Dashboards, sondern vor allem bessere Gespräche darüber, was wirklich wichtig ist.
Eine der größten Herausforderungen innerhalb moderner Portfolios ist der Umgang mit Unsicherheit. Viele Organisationen investieren weiterhin auf Basis von Scheinsicherheit: umfassende Business Cases, feste Prognosen und lineare Planungen.
Doch komplexe Umgebungen lassen sich immer schwerer vorhersagen.
Deshalb wächst das Interesse an Ansätzen wie Investment and Outcome Estimation, entwickelt von Luke Hohmann. Dabei lernen Organisationen, expliziter mit Unsicherheit, Szenarien und probabilistischer Entscheidungsfindung rund um Investitionen und erwartete Ergebnisse umzugehen.
Der Fokus verschiebt sich damit von:
„Können wir dies exakt vorhersagen?“
hin zu:
„Wie treffen wir bessere Investitionsentscheidungen in einem Kontext von Unsicherheit?“
Gerade KI beschleunigt diese Notwendigkeit weiter.
KI verändert nicht nur Produkte und Technologien, sondern auch die Art und Weise, wie Organisationen Strategien umsetzen. Teams können schneller analysieren, schneller experimentieren und schneller neue Angebote entwickeln. Dadurch nimmt die Geschwindigkeit des Wandels weiter zu.
Gleichzeitig wächst das Risiko der Fragmentierung. Wenn die Umsetzung (Delivery) billiger und schneller wird, können Organisationen immer mehr Initiativen gleichzeitig starten, ohne dass dem automatisch ein stärkerer strategischer Fokus gegenübersteht.
Dadurch wächst der Bedarf an Organisationen, die:
KI-native Organisationen haben daher oft gerade einen höheren Bedarf an starken Alignment-Mechanismen.
Moderne Strategieumsetzung erfordert eine andere Führung, als es viele traditionelle Organisationen gewohnt sind. Nicht eine Führung, die primär über Kontrolle steuert, sondern eine Führung, die Richtung, Kontext und Fokus in einem Umfeld kontinuierlicher Veränderung schafft.
Dies erfordert Führungskräfte, die Systemdenken verstehen, den Mut haben, Prioritäten explizit zu machen, und Teams innerhalb klarer Rahmenbedingungen Raum geben. Führung verschiebt sich dadurch immer mehr von zentraler Entscheidungsfindung hin zur Unterstützung von Zusammenarbeit, Flow und organisatorischer Lernfähigkeit.
Genau deshalb berührt die Strategieumsetzung fast immer direkt die Kultur und das Organisationsverhalten.
Obwohl fast jede Organisation von Alignment und Strategieumsetzung spricht, kehren oft dieselben Muster zurück. Portfolios fragmentieren, die Governance wird komplexer und die Entscheidungsfindung verlangsamt sich. Teams arbeiten hart, verlieren aber manchmal den Überblick darüber, wie ihre Arbeit tatsächlich zu den strategischen Zielen beiträgt.
Dadurch entsteht regelmäßig eine Situation, in der sich Organisationen zwar ständig verändern, aber weniger Zusammenhalt erleben als beabsichtigt.
Erfolgreiche Organisationen investieren daher nicht nur in Frameworks oder Tools, sondern auch explizit darin, wie Strategie, Zusammenarbeit, Entscheidungsfindung und Flow als System organisiert werden.
Die meisten Organisationen suchen letztlich nicht nach einem weiteren Managementmodell oder einem zusätzlichen Governance-Prozess. Sie suchen nach Wegen, um Strategie tatsächlich in eine kohärente Bewegung umzusetzen.
Sie suchen nach mehr Fokus, klareren Prioritäten, besseren Investitionsentscheidungen und einer stärkeren Verbindung zwischen Strategie und täglicher Ausführung. Vor allem aber suchen sie nach Organisationen, die schneller lernen und sich anpassen können, ohne ständig den Halt zu verlieren.
Strategy Execution & Alignment helfen Organisationen dabei, diesen Zusammenhalt expliziter, sichtbarer und adaptiver zu gestalten.
In der Theorie erscheinen Strategie und Alignment oft übersichtlich. In der Praxis berühren sie direkt bestehende Portfolios, Governance, Führung, Finanzierung und Organisationsstrukturen.
Deshalb funktioniert ein Standard-Framework selten eins zu eins. Effektive Veränderung erfordert Erfahrung mit Lean Portfolio Management, Obeya, Systems Thinking, Wertströmen, KI-nativen Organisationen und modernen agilen Betriebsmodellen.
Gerade die Kombination aus Strategie, Portfolios, Flow und Organisationsdesign wird immer wichtiger für Organisationen, die in einer komplexen Welt nachhaltig in Bewegung bleiben wollen.
Möchten Sie entdecken, wie Organisationen Strategie besser mit Ausführung, Investitionen und Zusammenarbeit verknüpfen?
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Von Nico Schellingerhout und Jeroen Jan Elzinga Agile. Ein Begriff, der einst Transformation versprach – und heute oft nur noch


Eine Zusammenfassung des Webinars: Strategisches Portfolio Management – was Organisationen von den VCs aus Silicon Valley lernen können. Vom 17.


Sie sehen den Preis für eine SAFe-Schulung und denken: „Ernsthaft? Für zwei Tage Training?“ Das ist eine normale Reaktion (und


Veränderung muss weder schwer noch kompliziert sein. Mit dem richtigen Fokus, Energie und der passenden Begleitung entstehen Klarheit, Richtung und Ergebnisse.
Wir denken gerne mit dir mit.